Erfahrungsberichte











Die Verfasserin des ersten Erfahrungsberichtes ist Regionalgruppenleiterin des Bundesverbandes Aufmerksamkeitsstörung/Hyperaktivität e.V. Forchheim. Sie führt in dieser Funktion viele Beratungsgespräche mit Eltern von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität, LRS und Wahrnehmungsstörungen.


Eva M. Überrascht vom eigenen Erfolg

Ich möchte es nicht versäumen, Ihnen zu den Erfahrungen mit meiner neuen Brille Bericht zu erstatten:

Die neue Brille setzte ich bei Ihnen im Geschäft auf und es war sofort "meine" Brille. Die Gleitsichtgläser sind super und bereiten überhaupt keine Schwierigkeiten. Das erstaunlichste Ergebnis hat jedoch die Einarbeitung der Korrektion für die Winkelfehlsichtigkeit gebracht. Bereits auf der Autobahnrückfahrt nach Hause fiel mir im Dunklen auf, dass die Strasse breiter und heller geworden war. So ist es bis heute geblieben. Ich kann auch viel weiter im Voraus sehen, die Nachtblindheit ist komplett verschwunden.

Das Erstaunlichste ist jedoch, dass sowohl meine Nacken- wie meine Kopfschmerzen, unter denen ich seit vielen Jahren mehrmals wöchentlich litt, verschwunden sind. Seit dem ersten Tag mit der neuen Brille sind sie nicht mehr aufgetaucht.

Mein Mann und ich haben auch an unserem Sohn seit der Korrektur seiner Winkelfehlsichtigkeit beachtliche positive Veränderungen festgestellt.

Ich denke, dass Eltern von ADS-Kindern sowie Lehrkräfte und andere Leser zu diesem Thema informiert werden sollten. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass vielen Kindern und Erwachsenen mit Einschränkungen, Lernschwierigkeiten und ähnlichen Beschwerden geholfen werden könnte, wenn mehr zu dem Thema von Eltern zu Eltern und in der Öffentlichkeit bekannt wäre.


Manja S. (15 J.) - Macht eine Ausbildung zur Augenoptikerin

Hatte in der Schule immer ein wenig Mühe mit der Konzentration und wenig Spass am Lernen. Häufig ging sie mit Kopfweh aus der Schule nach Hause. Der Augenarzt verordnete eine Brille zum Lesen, die aber keine wirkliche Besserung brachte.

Schon bald nach Beginn ihrer Ausbildung zur Augenoptikerin, liess sie ihre Augen auf Winkelfehlsichtigkeit testen und bekam eine prismatische Brille. Seither hat sich das Kopfweh stark verringert und Manja kann sich bei der Arbeit viel besser konzentrieren.


Olivia B. (20 J.) - Filialleiterin

Von Beginn an Schulprobleme

Vom ersten Tag an war die Schule problematisch für mich. Die Lehrer bezeichneten mich als „Zappelkind“, da sich keine Mühe gibt schön zu schreiben und aus Faulheit falsch von der Wandtafel abschreibt. Meine Erklärung, dass die Buchstaben und Linien auf dem Blatt tanzen, erklärten sie mit meiner grossen Fantasie oder meiner Konzentrationsschwäche. Diese könne man allenfalls mit Ritalin behandeln. Die Augen als Ursache meiner Beschwerden wurden nie in Betracht gezogen.
Schwierig war auch mein auffallend kurzer Lese- und Schreibabstand. Dieser half mir noch einigermassen zurecht zu kommen. Die Lehrer waren aber der Meinung, mindestens 40 cm Arbeitsabstand seien unbedingt notwendig. Ein zu kleiner Abstand schade den Augen nur. So wurde ich gezwungen, einen grösseren Arbeitsabstand einzuhalten, man zog die Rückseite meines Pullovers über die Stuhllehne. Danach verschlechterten sich die Schulleistungen zunehmend, denn ich hatte noch mehr Mühe, die Zeilen zu sehen. Durch die immer schlechteren Noten, liess meine Begeisterung für die Schule natürlich immer weiter nach. Eine Spirale setzte sich in Gang – schlechte Note, Unlust, Trotz, Verzweiflung weil mir niemand glaubte.
Mit 16 Jahren wurde zum ersten Mal eine Winkelfehlsichtigkeit festgestellt. Nur gering und anfangs deshalb auch nicht korrigiert.
Der „Durchbruch“ kam mit dem Beginn meiner Lehre. Als angehende Augenoptikerin liess ich mich von meinem Ausbilder genau untersuchen. Er fertigte mir die erste Brille mit prismatischer Korrektur. Damit ging es mir schon bald sehr viel besser. In der Berufsschule konnte ich ohne Probleme dem Stoff folgen.
Während drei Jahren bemerkte ich immer wieder wie die früheren Beschwerden zurückkehrten. Jedes Mal wurde die prismatische Korrektur stärker und die Gläser natürlich dicker. Jetzt konnte ich schon fast nicht mehr ohne meine Brille sein. Sobald ich diese für mehr als 20 Minuten ablegte, bekam ich Migräne.
Dies führte mich zu dem Entschluss, meine Winkelfehlsichtigkeit trotz meiner Bedenken operieren zu lassen. Die Operation selbst machte mich ein wenig nervös aber die Hoffnung auf die Zeit danach überwog deutlich. Schon zwei Tagen nach der OP konnte ich wieder fast normal sehen und innerhalb von drei oder vier Wochen spürte ich eine völlig neue Sehqualität. Endlich kann ich auch 3D-Filme geniessen, Kopfweh nur noch ganz selten und meine Schrift hat sich nach kurzer Zeit schon stark verbessert.
Ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden, denn zum einen war die Operation nicht annähernd so schlimm wie gedacht und zum anderen möchte ich die neue Lebensqualität nie wieder hergeben.

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